Vorsorgeratgeber
Richtig heben – die Wirbelsäule schützen bei Alltagslasten
Eine Wasserkiste, der schwere Einkauf, die Umzugskartons des Kindes: Ein kurzer Moment mit der falschen Haltung reicht manchmal, um die Bandscheibe zu überlasten – ein Hexenschuss oder sogar ein Bandscheibenvorfall kann die Folge sein. Die Technik beim Heben entscheidet über das Risiko.
Die drei Grundregeln
- Aus den Beinen heben: In die Knie gehen, Rücken gerade, Last nahe am Körper anheben – nie mit gestreckten Beinen und rundem Rücken bücken.
- Gewicht nah am Körper tragen: Je weiter die Last vom Körper weg gehalten wird, desto höher der Druck auf die Bandscheiben (Hebelwirkung).
- Keine Drehbewegung unter Last: Zuerst drehen, dann heben – nie gleichzeitig.
Wenn es trotzdem passiert: „Hexenschuss” – was tun?
Akute, einschießende Kreuzschmerzen ohne Ausstrahlung in die Beine und ohne Gefühlsstörungen sind meist ein Hexenschuss (medizinisch: Lumbago) – unangenehm, aber in der Regel harmlos. Bewegung in Maßen (kein strenges Bett!), Wärme und ggf. ein kurzfristiges Schmerzmittel helfen den meisten Menschen innerhalb weniger Tage. Klingt es nicht binnen ein bis zwei Wochen deutlich ab oder strahlen Schmerzen ins Bein aus, sollten Sie ärztlich abklären lassen.
Wann ist es mehr als ein Hexenschuss?
Alarmzeichen, bei denen ein Bandscheibenvorfall oder eine Nervenkompression im Raum steht:
- Ausstrahlung in ein Bein (Ischialgie)
- Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Kraftverlust
- Gefühlsstörung im Genitalbereich, Probleme mit Blase oder Darm – Notfall!
Wann zum Arzt? Bei jeder Ausstrahlung in das Bein, bei neurologischen Ausfällen oder bei Beschwerden, die trotz Schonung länger als 1–2 Wochen bestehen, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen.